Was bedeuted für dich Glück? {Schreibzeit #6}



GLÜCK. 

Das ist - obwohl nur einsilbig - ein großes Wort. Findet ihr nicht?
Es soll Ziel unseres Daseins sein ein glückliches, unbeschwertes Leben zu führen. Wir wünschen "alles Glück der Welt" zum Geburtstag, unseren Freunden und Liebsten, zu Weihnachten, Ostern, zur Hochzeit, zur Geburt, zu Prüfungen und anderen wichtigen Ereignissen. Irgendwie strebt jeder nach dem großen Glück.
Es ist als könnten die Menschen nie genug Glück haben.
Sabine von "waseigenes" hat dieses Thema für ihre Schreibzeit im Juni ausgesucht und gefragt was wir darüber denken.

Ich denke, dass jeder seines Glückes aber eben auch seines Unglückes Schmied ist. Und dass "glücklich sein" eine innere Haltung ist. Eine Haltung die eng verknüpft ist mit dem Lieben, sich zu Lieben und andere. Eine Haltung, der das Denken oft im Weg steht. Glück empfindet man. Man kann es nicht suchen und nicht finden, man fühlt es einfach plötzlich in sich, wenn es so sein soll - wenn man es selbst will.

Viele knüpfen das Wort Glück an Besitz oder das Finden eines geeigneten Partners. Sie denken wenn sie das oder jenes haben dann werden sie glücklich sein. Und auf der verkrampften Suche nach etwas, dass sie glücklich macht verlieren sie aus den Augen, dass man auch einfach so glücklich sein kann, ganz allein und jetzt sofort. Indem man einfach mal im Hier und Jetzt verweilt und sich umsieht - ganz bewusst.




Ich empfinde so viele Glücksmomente seit unser Sohn auf der Welt ist. Ihn einfach zu beobachten, zu sehen, wie er die Welt entdeckt. Wie er vor einem kleinen Käfer liegt und sich freut und noch Tage später davon erzählt. Wie er das erste Mal auf einem Pony reitet und stolz wie Bolle ist. Wie er sich in meine Arme kuschelt und zufrieden einschläft. Das Geräusch wenn er seine Kabaflasche trinkt. Die ersten Worte, die er morgens von sich gibt oder nach dem Mittagschlaf. Wie er mit Papa rangelt und sie sich gegenseitig die Welt erklären. All das zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht und macht mich glücklich. Er hat mich gelehrt den Moment zu genießen. Einfach mal zu akzeptieren, dass dies oder jenes jetzt nicht wichtig ist, sondern nur wir! In seine glücklichen Augen zu blicken und die Welt um uns herum versinken sehen. Und abends dann die Highlights des Tages mit meinem Mann zu besprechen. Das Glück in den Augen meines Mannes wenn er mir ein neues Album vorstellt, das er entdeckt hat und total super findet. Sich vom Glück der anderen anstecken zu lassen. Sich für andere freuen.

 Aber auch das Glück einfach allein zu sein. Haushalt erledigt und alle Möglichkeiten offen. Sich einen leckeren Smoothie machen. Oder endlich ein neues Rezept ausprobieren. Einfach Zeit im Netz vergeuden und sich schöne Dinge anschauen oder in Ruhe andere Blogs lesen. Ein Bad nehmen. Blumen kaufen und daheim arrangieren. Ein altes Lieblingslied anhören und mitsingen. Es sich mit der Lieblingszeitschrift auf der Couch bequem machen. Zeit zum Fotografieren haben. Mit Freundinnen Zeit verbringen. Allein spazieren zu gehen und bewusst alles was einem auf dem Weg begegnet wahr zu nehmen. Das alles macht mich glücklich.

Und warum? Weil ich dann zufrieden und bei mir bin. Ich stimme Sabine voll und ganz zu, wenn sie sagt, dass das Lebensglück auf einer Zufriedenheit und inneren Ruhe aufbaut oder andersherum und man auch von Erfüllung sprechen könnte. Es ist die Summe der kleinen Dinge.

Man muss ja nicht immer gleich nach dem ganz großen Glück streben...sondern sich erstmal in kleinen Schritten annähern und versuchen so oft wie möglich zufrieden zu sein. Dann kommt das Glück oft von ganz allein.

Dass man nicht ständig und überall glücklich sein kann versteht sich wohl von selbst. Denn was wäre das Glück ohne das Unglück, die Höhen ohne die Tiefen, die Freuden ohne das Leid. Die Waage sollte eben immer zu Gunsten des Positiven auschlagen. Wir haben nicht alles in der Hand, aber wir haben in der Hand, wie wir damit umgehen. Und wenn wir merken, dass wir aus irgendeinem Grund nicht glücklich sein können, dann müssen wir uns fragen warum und versuchen das zu ändern. Aktiv. Beim Glücklichsein ist es wie bei vielen Dingen im Leben, es fällt uns nicht immer einfach alles zu. Manchmal muss man sich auch ein bisschen selbst einbringen und die Umstände und Grundvoraussetzungen optimieren. Opferhaltung ist hier nicht gefragt.

Ich finde die folgenden Liedzeilen, die im Grunde alle ähnliche Aussagen haben, machen deutlich, dass viele das Glück greifbar vor sich haben aber es aus diversen Gründen nicht sehen.



"Das Glück steht vor dir an der Straße
und hält den Daumen raus
Aber alles geht so schnell, dass es dir immer erst auffällt
wenn du in den Rückspiegel schaust.
Aber dann ist es längst zu spät um anzuhalten
dann musst du weiter gerade aus
bis das Glück wieder an dir vorbei rauscht, weil du ständig in den Rückspiegel schaust"

aus "Rückspiegel" von Maxim




Und du stützt deinen Kopf auf einem Glas Weizen
und ich stütz´ meinen Kopf bis sie uns rausschmeißen
und wir schauen uns nur an wenn der andere nicht hinsieht 
und woran du denkst ist da wo ich hin will.

ey wir liegen so auf der Hand und merken`s nicht
ey wir liegen so auf der Hand und merken´s nicht
und so bleiben wir im Wartesaal zum Glücklich sein
und so bleiben wir im Wartesaal und warten mal...

aus "Wartesaal" von Bosse




Nicht in den Blicken der anderen
oder in ihrem Applaus
nicht in der Kunst an den Wänden
in deinem endlosen Haus
Nicht in den großen Momenten
oder dem Ring an der Hand
hast du es jemals gefunden
hast du es jemals erkannt
....
Immer dann, immer dann, immer dann
wenn es vor dir stand
hast du es nicht erkannt
immer dann, immer dann, immer dann
wenn es greifbar war 
dann war es dir zu nah
dann war es dir zu nah.

aus "Glück" von Alexa Feser




Was lernen wir daraus: Hirn aus, Augen auf, Herz ein - glücklich sein!
Raus aus dem Wartesaal und rein ins Leben. Atemzug für Atemzug genießen und die Freude des Lebens inhalieren - in was auch immer wir sie finden. Das ist jedem selbst überlassen.


Viel Glück dabei!


Eure Nathalie



Kommentare

  1. So viel Glück in deinem Leben :)
    Schade ist, dass Glück so schnell von dunklen Wolken überschattet werden kann, einfach nur, weil wir uns usneres Glückes nicht wirklichbewusst sind und gar nich tmerken, was wir für Glück in unserem Leben haben...
    Danke für deine Gedanken.

    Viele liebe Grüße

    Franzy

    AntwortenLöschen
  2. Ein ganz wunderbarer Beitrag, den ich voll und ganz unterschreibe. Die Geburt meiner Tochter, der GLÜCKlichste Tag in meinem Leben, war vor diesem Hintergrund sicherlich auch ein Wendepunkt. Mutter zu sein und hat mich geerdet und mir gezeigt, was im Leben wirklich wichtig ist.

    Liebe Grüße, Heike

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Du möchtest etwas dazu sagen? Schreib mir doch! Ich freue mich sehr!

Beliebte Posts